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Sobald Ihr auf höheren Leveln angekommen seid, solltet Ihr eine Software einsetzen, die Euch hilft, während des Spiels Informationen zu sammeln. Wir empfehlen PokerOffice. PokerOffice ist als Trial-Version (begrenzte Zahl von Hands) unter diesem Link downloadbar und kann dann später gekauft werden. Eine Investition von 99$, die sich lohnt - allerdings muß die Lizenz wegen der vielen notwendigen Updates jedes Jahr erneuert werden.
Setzt man eine Software wie Pokeroffice ein, so hat man bereits nach ca 30-40 Hands recht gute Infos über die Spielweise eines Gegners. Am wichtigsten ist hierfür der VPIP-Wert des Gegners. Tighte Spieler an 10er Tischen haben VPIP Werte unter 25%. 25% - 35% gilt als semi-loose, über 35% bedeutet der Spieler ist loose.
Auf den kleinen Limits ist es gar nicht so selten, Spieler anzutreffen die über 50% VPIP bis hin zu 100% haben. Weitere wichtige Werte sind Pre-Flop Raise Rate und Aggressionsfaktor. Ihr könnt selbst bestimmen, welche Werte des Gegners angezeigt werden, PokerOffice bietet Unmengen von Möglichkeiten zu Anpassung der Daten und deren Anzeige.
Hat man Infos über den Spieler, dann kann man sie z.B. in dieser Situation einsetzen: Callt (auch: limpt) ein looser Gegner aus early Position, so ist dies weniger ernst zu nehmen als wenn ein tighter Gegner aus der selben Position callt. Je mehr Gegner bereits vor einem gecallt haben, desto profitabler ist ein eigener Call.
Als nächstes schaut man sich den VPIP an, dann den Wert „Pre-Flop Raise Rate“ (Prozentsatz der pre-flop raises des Gegners). Liegt dieser sehr niedrig (unter 5%) so kann man davon ausgehen, dass der Gegner eine sehr starke Hand hat (z.B. hohes Pocket Pair). Je höher dieser Wert, desto größer ist die Bandbreite der möglichen Hände des Gegners.
Durch diese und andere angezeigte Werte verschafft man sich Vorteile gegenüber dem Gegner. Außerdem erzieht die Kontrolle des eigenen Spiels durch die Software zu tightem Spiel. VPIP (Voluntarily Put Money In The Pot) – Werte von mehr als 25% führen langfristig zu Verlusten. Achtung: dieser Wert ist nicht gleichzusetzen mit dem Wert „Flops seen %“, den man durch Rechtsklick auf den eigenen Spielernamen bei manchen Poker Rooms aufrufen kann.
Nach dem Download ( unter diesem Link) und der Installation kann man mit den Grundeinstellungen von PokerOffice sofort anfangen. In der Probierversion analysiert das Programm 300 Hands, danach werden keine weiteren Hands mehr erfasst. Man kann auf der Webseite von Pokeroffice einen Registrierungskey kaufen, mit dem man das Programm dann freischalten kann.
Updates werden in regelmäßigen Abständen notwendig, da die Pokerrooms ihre Softwares ständig verändern. Die registrierten Benutzer werden beim Programmstart sinnvollerweise automatisch auf vorliegende Updates hingewiesen.
Benutzung der Hilfs-Software Poker Office
Einfach das Programm starten und die Software des Pokerrooms starten. Dann in Pokeroffice auf Livetracker / starten gehen oder den Livetracker Auto Detection Modus aktivieren. Es öffnet sich ein kleines Fenster, in dem nach zwei oder drei gespielten Händen die Namen der Spieler an dem überwachten Tisch erscheinen, zusammen mit Ihren Daten. Gleichzeitig projiziert das Programm einige Daten auf die Spieloberfläche der Pokersoftware neben die jeweiligen Spieler.
Pokeroffice bietet verschiedene Hilfemöglichkeiten. Man kann ein Online Manual (auf englisch) downloaden, ein Supportforum besuchen (englisch), und nach Updates suchen. Außerdem gibt es in der Overview – Ansicht noch einige wichtige Funktionen auf der graphischen Funktionsleiste unterhalb der Karteikarten (die englischen Erklärungen werden eingeblendet wenn man mit dem Mauszeiger darübergeht):
Achtung : diese Einstellungen und Statistiken beziehen sich immer nur auf das gewählte (farblich invertierte) Level ! Wenn man alle Level einbeziehen möchte muss man die unterste (Summen-) Zeile markieren.
Informationen über die Gegner – Bedeutung und Bewertung der Variablen
Die meisten Variablen erklären sich von selbst wenn man ein wenig englisch spricht. In der Folge werden wir die wichtigsten erläutern. Viele der Variablen werden doppelt angeboten : einmal in Bezug auf alle Hands des Spielers aus der Datenbank, und einmal beschränkt auf die Hands des Spielers nur aus dieser Session.
Manchmal spielt ein Spieler tagesformbedingt innerhalb einer Session anders als sonst, daher weichen die Sessionwerte von seinen Durchschnittswerten ab. Jedoch Achtung : ist die Session bisher nur kurz, liegt der Grund für die Abweichung meist darin, dass der Spieler kurzfristig entweder besonders gute oder schlechte Hands bekommen hat.
Im Zweifelsfall sollte man daher die Gesamtstatistik des Spielers heranziehen. Im übrigen ist wichtig, dass man natürlich umso eher Rückschlüsse auf den Spieler ziehen kann als man eine große Zahl von Hands des Spielers in der Datenbank hat. Pokeroffice wird so voreingestellt, dass Werte erst ab 10 gespeicherten Hands angezeigt werden, aber wirklich aussagekräftig sind diese Werte erst ab ca. 100 hands.
Man kann sowohl das Live Window wie auch die Einblendung auf dem Tisch individuell einstellen, um die Werte anzeigen zu lassen die man für wichtig hält. Man sollte insbesondere das Table Display aber nicht überladen. Im Zweifelsfall kann man in einer gegebenen Situation immer mal schnell die Detailinfos des Spielers durch einen Klick auf das entsprechende Symbol aufrufen, um sich den Spieler mal genauer anzusehen.
Eine der genialsten Vorzüge der neuesten Version von pokeroffice ist aber, dass man sich mit einem Klick auf eine Box neben dem Spieler die Starthände des Gegners (soweit bekannt) anzeigen lassen kann, und zwar auf Wunsch auch in Abhängigkeit von der Position!
Hierfür gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten.
Die einfachste ist die Gesamt – Statistik für den eigenen Spieler und das Symbol das Pokeroffice für den eigenen Spielernamen vergibt. Tight – aggressive ist die optimale Spielweise, wenn Ihr also das Symbol der Haifischflosse neben Eurer Statistik seht, dann ist das schon sehr sehr gut.
Ansonsten kann man durch den Vergleich der Einzelwerte schon Eigenarten finden, zum Beispiel : VPIP 40 % > ich spiele eindeutig zu viele Starthände, Aggressionsfaktor 0,2 > ich spiele zu passiv (oft gerade weil ich zu viele Starthände spiele, da besteht ein ursächlicher Zusammenhang), und so weiter.
Eine weitere interessante Kontrollmöglichkeit ist die Registerkarte „Starting Hands“. Diese Statistik kann durch Klick auf die Überschriftszeile beliebig sortiert werden. So kann ich beispielsweise ermitteln, mit welcher Starthand ich am meisten Gewinn oder Verlust gemacht habe, oder aber auch wie oft ich diese gespielt habe.
Ebenso interessant ist die Registerkarte „Positionen“. Auch hier kann ich feststellen, von welcher Position ich den meisten Verlust oder Gewinn gemacht habe, und daraus Rückschlüsse auf mein Spiel ziehen.
Diese Funktionen sollte man regelmäßig nutzen, um mögliche „leaks“ (Löcher) im eigenen Spiel zu finden, die langfristig zu Verlusten führen. Allzuoft schleichen sich schlechte Gewohnheiten ein, die man nur durch regelmäßige Kontrollen („reality checks“) in den Griff bekommt.
Mit dieser Funktion kann man sich gespielte Sessions und einzelne Hands auf einen Pokertisch projizieren lassen und sie nachspielen. Da die gegnerischen Hands die zum Showdown mitgegangen sind bereits anfangs angezeigt werden kann man so sehr schön sehen wo man richtig und wo falsch gespielt hat.
Um eine Session oder eine Hand anzuzeigen, klickt man diese an und markiert sie und wählt dann mit Rechts-Klick „Replay“ aus.
Alle Funktionen zu erklären würde ein separates Buch füllen. Daher empfehlen wir Euch selbst einmal die zahlreichen Auswertungsmöglichkeiten anzuklicken und so weiter ins Detail zu gehen.